Abschließender Bericht zur Demonstration gegen Rechts am 9. November 2012 in Mettmann

Über 250 Menschen demonstrierten am 9. November 2012 zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht in Mettmann. Unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung – Für eine Welt, in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen, mobilisierte das Antifaschistische Bündnis Kreis Mettmann zu einer überregionalen Demonstration, welche ebenfalls auf aktuelle Neonazi-Aktivitäten in der Kreisstadt aufmerksam machen sollte. Die Stadt Mettmann, eine 38.000 Einwohner-Gemeinde zwischen Wuppertal und Düsseldorf gelegen, hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem wichtigen Rückzugsort für die regionale Neonazi-Szene entwickelt, die mit der Gaststätte „Lounge Deluxe“ ein Lokal besitzt, in welchem Neonaziveranstaltungen und -treffen fast an der Tagesordnung stehen.

Mobilisierung:
Sechs Wochen vor der Demonstration begann die Mobilisierungsarbeit. Es wurden mit den Parteien „BÜNDNIS 90/DIE GRÜNE und „DIE LINKE.“, verschiedenen sozialen & politischen Gruppen, dem DGB-Ortsverband aus Mettmann und vielen regionalen und überregionalen antifaschistischer Gruppen und Initiativen ein breites Bündnis für die Demo aufgestellt. Zudem fanden in Mettmann, Aachen, Köln, Bochum und Wuppertal Informations- und Mobilisierungsvorträge statt. Der Informationsvortrag informierte allgemein über die Stadt Mettmann und speziell über Neonaziaktivitäten und Gegenproteste. Der Mobi-Vortrag ging näher auf die anstehende Demonstration gegen Rechts ein.
Vor allem der Vortrag in Mettmann, besucht von über 30 Menschen, lobte die Initiative sehr, rief allerdings auch Skepsis bezüglich der Route hervor. Es hieß sogar, dass es eine Provokation darstellen würde, so nah an der „Lounge Deluxe“ zu protestieren. Wenn man doch wüsste, dass sich dort Neonazis aufhalten würden, solle man doch lieber ausweichen oder alternativ nur eine Kundgebung in der Innenstadt oder auf weiter entfernten Plätzen stattfinden lassen. Die geäußerte Skepsis kam sowohl von Kirchen, als auch der SPD und FDP, welche sich nach Überlegungen nicht zu einer Unterstützung und Teilnahme an der Demonstration ausgesprochen haben. Die CDU hatte bereits am Anfang klargestellt, dass sie nicht an der Demonstration teilnehmen werde. Auch der Bürgermeister zeigte kein Interesse sich an diesem Tag auf der Demonstration sehen zu lassen. Vielleicht überzeugt nun der positive Ausgang der Situation, welche als einziger Kritikpunkt gesehen wurde, für eine zukünftige Unterstützung.

Neonazis:
Bereits im Vorfeld, jedoch nach Bekanntmachung der Demonstration, haben die Neonazis angekündigt, einen Geburtstag eines Kameraden in der Gaststätte „Lounge Deluxe“ feiern zu wollen. Dies ist in Anbetracht des Datums und der zeitgleich stattfindenden Demonstration gegen Rechts als doppelte Provokation zu werten. Zudem sind Neonazis einige Tage vor der Demonstration gezielt und organisiert nach Mettmann gefahren, um Mobi-Plakate zur Demonstration abzureißen oder mit Sprüchen wie „Wir bleiben“ oder „Mettmann Nazikiez“ zu übermalen. Ebenfalls wurde eine an einer Brücke befestigte Tapete, welche auf die Demo am 9.11. aufmerksam machte, von den Neonazis abgehangen und am Abend der Demo in einer Seitenstraße der „Lounge Deluxe“ „voller Stolz“ präsentiert.

Gedenkveranstaltungen am 9. November:
Im Vorfeld der am Abend des 9. November stattfindenden Demonstration gegen Rechts gab es zusätzlich in der Nachbarstadt Wuppertal einen antifaschistischen Gedenkrundgang. Eine halbe Stunde vor der Demo fand außerdem, wie jedes Jahr, vor dem „Koburg-Mahnmal“ in Mettmann, welches an alle Opfer der NS-Zeit erinnert, eine Andacht mit Kranzniederlegungen statt. Diese wurde vom „Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“, Kirche, Politikern, sowie weiteren engagierten Bürgerinnen und Bürgern veranstaltet.

Demonstration gegen Rechts in Mettmann:
Ab 19 Uhr begann die Auftaktkundgebung der Demonstration gegen Rechts an einer großen Kreuzung in der Innenstadt, unmittelbar am Bahnhof Mettmann-Zentrum gelegen. Während sich die DemonstrationsteilnehmerInnen sammelten, wurde Musik vom Lautsprecherwagen abgespielt. Es folgten ein Jingle zu einer Soli-Kampagne für griechische AntifaschistInnen, ein Redebeitrag eines Studenten der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal, welcher im Namen des AStA, auf die Zusammenhänge der Räumlichkeiten der Hochschule und der Gemeinde in Mettmann zu damaliger Zeit berichtete und schlussendlich ein Redebeitrag eines Abgeordneten im Kreistag von „BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, welcher auf eine vom Stadtrat Mettmann verfasste Resolution gegen Rechts hinwies, nochmals auf das Neonazi-Problem aufmerksam machte und deutlich zum Ausdruck brachte, dass Mettmann keinen Platz für Nazis hat.

Die Demonstration zog mit mehr als 250 TeilnehmerInnen zunächst durch das Wohngebiet, in welchem sich der einschlägig bekannte Neonazi-Treffpunkt „Lounge Deluxe“ befindet. Begleitet wurde der Demonstrationszug von einem vorweg fahrenden Polizeiauto und einigen fußläufigen PolizistInnen. Das Polizeiaufgebot, welches sich mit der Demonstration gegen Rechts beschäftigte, ist vor allem der im Vorfeld hochgekochten Diskussion von anwesenden Neonazis und einem dadurch möglichem erhöhten Konfliktpotenzial als gering einzuschätzen.

Die erste Zwischenkundgebung wurde etwa 30 Meter in Hör- und Sichtweite der „Lounge Deluxe“ in der Elberfelder Straße 53 abgehalten. Mit einem Redebeitrag wurde die Neonazi-Aktivitäten der letzten Zeit in Mettmann hingewiesen und den Zusammenhang mit der Gaststätte deutlich. Von dem Problem konnten sich alle Anwesenden selbst überzeugen. In der „Lounge Deluxe“ hielten sich etwa 30 Neonazis auf. Nach einer Geburtstagsfeier sah das ganze allerdings nicht aus. Der Inhaber der „Lounge Deluxe“, Frank Krellner, stellte den Neonazis gar seine privaten Räumlichkeiten in den Obergeschossen des Gebäudes zur Verfügung. Somit bleibt nun gar kein Zweifel mehr daran, dass Frank Krellner die Neonazis nicht nur passiv mit dem zur Verfügung stellen seiner Räumlichkeiten unterstützt, sondern auch aktiv den Neonazis unter die Arme greift, eine Demonstration gegen Rechts mit Rufen aus seinem Haus zu stören und abfotografieren zu lassen.

Im Vorfeld der Demonstration wurde von einigen Skepsis und Bedenken über die Route geäußert. Denn die Situation vor der Gaststätte „Lounge Deluxe“ blieb ruhig. Eine Polizeikette trennte DemonstrantInnen und das Haus, in dem sich die Neonazis befanden. Es wurde wie geplant ein Redebeitrag gehalten und anschließend den Nazis mit Sprechchören die Meinung gesagt. Das groß herbeigeredete Konfliktpotenzial wurde nicht gefunden und auch die Polizei redet von einem „friedlichen Verlauf“. So haben auch nach der Demonstration viele Menschen ihren Unmut über die Nicht-Teilnahme einiger Parteien und Kirchen geäußert. Viele haben sich gewundert, dass sich der Bürgermeister nicht auf dieser wichtigen Demonstration hat blicken lassen. Wir als Initiatoren haben im Vorfeld der Demonstration alles daran gesetzt, jeden potenziellen Unterstützer die Möglichkeit zu geben, sich an dem Protest anzuschließen. Nicht nur wir würden uns freuen, wenn entsprechende Zweifel nun beseitigt sind und man in Zukunft mit der Teilnahme entsprechender Parteien und Kirchen rechnen kann.

Die Demonstration zog weiter Richtung Innenstadt und machte mit einer zweiten Kundgebung am „Koburg-Mahnmal“, ein seit April 2000 am Lavalplatz erbautes Denkmal, welches an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnert. Die Koburg war eine Villa, die im dritten Reich der SA als Rückzugsort und Foltereinrichtung diente. An dieser geschichtsträchtigen Stelle folgte der letzte Redebeitrag. Aus Sicht eines Historikers wurde noch einmal über die Ereignisse der Reichspogromnacht aufgeklärt und darauf aufmerksam gemacht, wie menschenverachtend sich Neonazis auch heute noch, meist unbeschadet, auf das faschistische Gedankengut berufen.

Danach setzte sich der Demonstrationszug durch die „historische Altstadt“ fort und endete auf dem Jubiläumsplatz, einem zentralen Platz in Mettmann, auf welchem im Sommer 2011 über 50 Neonazis eine Kundgebung abhielten. An diesem Tag waren es über 250 Menschen, die sich dem entgegen stellten und ein klares Zeichen gegen Rechts setzten.

Polizei:
Die Polizei war mit etwa 40 Einsatzkräften vor Ort. Dabei wurde mit der ohnehin eher gering einzuschätzenden Polizeipräsenz ein erhöhtes Augenmerk auf das Umfeld der Gaststätte „Lounge Deluxe“ gesetzt. Die eingesetzten Kräfte bei der Demonstration gegen Rechts und das vorweg fahrende Polizeifahrzeug regelten lediglich den Verkehr. Es bestand auch zu keinem Zeitpunkt der Grund in das Demogeschehen einzugreifen. Dennoch ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass sich die Polizei zurückgehalten hat und schlussendlich die Demonstration gegen Rechts wie geplant erfolgreich und ohne Zwischenfälle durch Mettmann ziehen konnte.

Presse:
Auch die Lokalpresse hat sich der Demonstration angenommen und teilweise schon früh in Zusammenhang mit einem Prozess eines antisemitischen Übergriffs von Februar 2012 in Mettmann auf die Demonstration aufmerksam gemacht. Aber vor allem der Vortrag in Mettmann wurde in den Medien heiß diskutiert. Nur schade oder vielleicht auffällig, dass die Berichterstattung nach der Demonstration nicht so viel Platz einnahm. Während die Medien in der Vergangenheit von angeblichen Krawallen auf einer Spontandemonstration im Juli zu berichten wussten, vermisste man bei einem friedlich verlaufenden Protestzug gegen Rechts mit über 250 Menschen eine größere Nachberichtserstattung. Das Radio Neandertal hat sowohl vor, als auch nach der Demonstration auf den Protest aufmerksam gemacht bzw. Bericht erstattet.

Resümee:
Es ist gelungen ein breites Bündnis, bestehend aus Parteien, sozialen & politischen Vereinen, antifaschistischen Gruppen und Gewerkschaft, für die Demonstration aufzustellen. Mit über 250 TeilnehmerInnen war die Demonstration größer als die erwartete Teilnehmerzahl. Neben überregionalen und vor allem regionalen AntifaschistInnen aus den Nachbarstädten Düsseldorf und Wuppertal, lässt sich positiv feststellen, dass sich die meisten TeilnehmerInnen aus Mettmanner Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzte. Somit ist es gelungen, dem Neonazi-Problem in der Mettmanner Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen.

An diesem Punkt gilt es weiterzuarbeiten. Denn mit der Demonstration hat sich das Neonazi-Problem nicht in Luft aufgelöst. Im Gegenteil. Es hat gezeigt, wie aktuell das Thema auch in Mettmann ist. Deshalb ist es nun wichtig an den Erfolgen anzuknüpfen, weiterhin auf das Problem hinzuweisen, und den Neonazis gemeinsam deutlich machen, dass Mettmann kein Rückzugsort für Neonazis sein darf.

Denn eins steht fest. Auch Mettmann hat keinen Platz für Nazis!

Erstes Fazit zur Demo gegen Rechts heute in Mettmann

Am Freitag, den 9. November 2012, haben zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht 250 Menschen an der Demo gegen Rechts in Mettmann teilgenommen. Die Polizei war mit etwa 40 Einsatzkräften vor Ort und hat sich zurückgehalten. Die Demonstration startete Mettmann-Zentrum und zog zunächst zum einschlägig bekannten Neonazi-Treffpunkt „Lounge Deluxe“ in der Elberfelder Straße 53. Dort haben 30 Neonazis eine „Geburtstagsfeier“ veranstaltet. Mit einem Redebeitrag wurde auf das Problem „Mettmann als Rückzugsort der Neonaziszene Nordrhein-Westfalens aufmerksam gemacht. Im Anschluss setzte sich der Demonstrationszug durch die Mettmanner Innenstadt fort. Am „Koburg-Mahnmal“ wurde ein historischer Beitrag zur damaligen Zeit gehalten. Im Anschluss zog die Demonstration durch die Altstadt und endete auf dem zentralen Jubiläumsplatz in Mettmann.

Wir danken allen UnterstützerInnen der Demonstration und allen TeilnehmerInnen für einen erfolgreichen Protest gegen Rechts.

Ein ausführlicher Bericht wird folgen.

Update // HEUTE: Demo gegen Rechts in Mettmann // Gestern & heute Neonazi-Provokation

Heute am 9. November 2012 findet zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht eine überregionale Demonstration gegen Rechts in Mettmann statt. Unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung – Für eine Welt, in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen, möchten wir der Opfer erinnern und an gegenwärtige Neonaziaktivitäten mahnen. Gemeinsam soll ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt werden!

Update: Gestern haben Neonazis in der ganzen Stadt zahlreiche Plakate zur Demonstration abgerissen bzw. mit Sprüchen wie „Mettmann Nazikiez“ oder „Wir bleiben“ übermalt.
Außerdem möchten die Neonazis heute eine Geburtstagsfeier eines „Kameraden“ in dem einschlägig bekannten Neonazi-Treffpunkt „Lounge Deluxe“ in der Elberfelder Straße 53 feiern. Dies ist eine Reaktion auf die heute stattfindende Demonstration gegen Rechts und stellt zusätzlich am Jahrestag der Reichspogromnacht eine Provokation dar.

Umso wichtiger ist es, dass heute viele Menschen nach Mettmann kommen und gegen die Neonazis demonstrieren. Lasst und gemeinsam zeigen, dass Mettmann KEIN „nazikiez“ ist!

Denn: „Erinnern heißt Handeln!“
Überregionale Demonstration gegen Rechts am Jahrestag der Reichspogromnacht
Fr. 9. November – 19 Uhr Mettmann Zentrum

Die letzten Informationen zur Demonstration gibt es hier als Zusammenfassung:

Wo wird demonstriert?
Die Auftaktkundgebung startet ab 19 Uhr auf der großen Kreuzung (Talstraße/Bahnstraße) in Mettmann Zentrum, unmittelbar an dem Bahnhaltepunkt „Mettmann-Zentrum“
Anschließend wird es eine Route entlang der einschlägig als Neonazi-Treffpunkt bekannten Gaststätte „Lounge Deluxe“ und durch die Mettmanner Innenstadt geben.
Die Abschlusskundgebung wird auf dem zentralen Jubiläumsplatz stattfinden.

Wer demonstriert?
Die Demonstration ist eine Initiative des Antifaschistischen Bündnisses Kreis Mettmann, welche von vielen UnterstützerInnen aus einem breiten Spektrum unterstützt wird. Neben vielen regionalen und überregionalen antifaschistischer Gruppen, unterstützen die Parteien „BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN“ und „DIE LINKE.“ die Demonstration. Des Weiteren zählt sich der DGB-Ortsverband Mettmann zum Unterstützerkreis. Mit der „Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.“ und dem Bündnis „Wuppertal gegen Rechts“ wird man ebenfalls von breit aufgestellten Bündnissen aus der Nachbarstadt unterstützt.

Was machen die Neonazis?
Die möchten am Jahrestag der Reichspogromnacht Geburtstag eines „Kameraden“ feiern. Als Ort hierfür hat man sich erneut die Gaststätte „Lounge Deluxe“ in der Elberfelder Straße 53 in Mettmann ausgesucht. Die Reaktion der Neonazis auf diese Demonstration ist als Provokation zu werten und zeigt nochmals, dass Mettmann ein wichtiger Rückzugsort für Neonazis ist.

Was mache ich, wenn es Probleme gibt?
Wenn vor, während oder nach der Demonstration Probleme auftreten steht euch unter der Nummer 0152/13852965 ein Ermittlungsausschuss (EA) als rechtlicher Beistand zur Verfügung.

Kann ich eigene Fahnen/Transparente mitbringen?
Klar! Themenbezogene Fahnen / Transparente sind gerne erwünscht. Es wird lediglich darum gebeten von Parteifahnen etc. abzusehen.

Wie kann ich mich auf dem Laufenden halten?
Es wird am Tag der Demonstration einen Ticker geben, der über Facebook (https://www.facebook.com/antifaschistisches.buendnis.kreis.mettmann) oder Twitter (https://twitter.com/BuendnisME) aufgerufen werden kann.

Wie komme ich zur Demonstration?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Demonstration um 19 Uhr anzureisen.

So finden im Vorfeld der Demo unter Anderem regionale Gedenkveranstaltungen in der Umgebung statt, von welchen eine Anreise gewährleistet ist.

Wuppertal: Antifaschistischer Gedenkrundgang in Erinnerung an die Wuppertaler Pogromnacht vor 74 Jahren und an Karl-Hans Rohn.
Treffpunkt: 16:30 Uhr vor der Schwebebahnstation Loher Brücke.

Mettmann: Kranzniederlegung am „Koburg-Mahnmal“
Treffpunkt: 18:30 Uhr auf dem Lavalplatz.

Für alle anderen, insbesondere DemonstrationsteilnehmerInnen aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens, gibt es folgenden zentralen Treffpunkt:
Düsseldorf HBF: 18:40 Uhr vor dem „UFA PALAST“

Last Call: Überregionale Demonstration gegen Rechts am 9. November 2012 in Mettmann

Am nächsten Freitag, den 9. November 2012, findet zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht eine überregionale Demonstration gegen Rechts in Mettmann statt. Unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung – Für eine Welt, in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen, möchten wir der Opfer erinnern und an gegenwärtige Neonaziaktivitäten mahnen. Gemeinsam soll ein klares Zeichen gegen Rechts gesetzt werden!

Die letzten Informationen zur Demonstration gibt es hier als Zusammenfassung:

Wo wird demonstriert?
Die Auftaktkundgebung startet ab 19 Uhr auf der großen Kreuzung (Talstraße/Bahnstraße) in Mettmann Zentrum, unmittelbar an dem Bahnhaltepunkt „Mettmann-Zentrum“
Anschließend wird es eine Route entlang der einschlägig als Neonazi-Treffpunkt bekannten Gaststätte „Lounge Deluxe“ und durch die Mettmanner Innenstadt geben.
Die Abschlusskundgebung wird auf dem zentralen Jubiläumsplatz stattfinden.

Wer demonstriert?
Die Demonstration ist eine Initiative des Antifaschistischen Bündnisses Kreis Mettmann, welche von vielen UnterstützerInnen aus einem breiten Spektrum unterstützt wird. Neben vielen regionalen und überregionalen antifaschistischer Gruppen, unterstützen die Parteien „BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN“ und „DIE LINKE.“ die Demonstration. Des Weiteren zählt sich der DGB-Ortsverband Mettmann zum Unterstützerkreis. Mit der „Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.“ und dem Bündnis „Wuppertal gegen Rechts“ wird man ebenfalls von breit aufgestellten Bündnissen aus der Nachbarstadt unterstützt.

Was machen die Neonazis?
Die möchten am Jahrestag der Reichspogromnacht Geburtstag eines „Kameraden“ feiern. Als Ort hierfür hat man sich erneut die Gaststätte „Lounge Deluxe“ in der Elberfelder Straße 53 in Mettmann ausgesucht. Die Reaktion der Neonazis auf diese Demonstration ist als Provokation zu werten und zeigt nochmals, dass Mettmann ein wichtiger Rückzugsort für Neonazis ist.

Was mache ich, wenn es Probleme gibt?
Wenn vor, während oder nach der Demonstration Probleme auftreten steht euch unter der Nummer 0152/13852965 ein Ermittlungsausschuss (EA) als rechtlicher Beistand zur Verfügung.

Kann ich eigene Fahnen/Transparente mitbringen?
Klar! Themenbezogene Fahnen / Transparente sind gerne erwünscht. Es wird lediglich darum gebeten von Parteifahnen etc. abzusehen.

Wie kann ich mich auf dem Laufenden halten?
Es wird am Tag der Demonstration einen Ticker geben, der über Facebook (https://www.facebook.com/antifaschistisches.buendnis.kreis.mettmann) oder Twitter (https://twitter.com/BuendnisME) aufgerufen werden kann.

Wie komme ich zur Demonstration?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Demonstration um 19 Uhr anzureisen.

So finden im Vorfeld der Demo unter Anderem regionale Gedenkveranstaltungen in der Umgebung statt, von welchen eine Anreise gewährleistet ist.

Wuppertal: Antifaschistischer Gedenkrundgang in Erinnerung an die Wuppertaler Pogromnacht vor 74 Jahren und an Karl-Hans Rohn.
Treffpunkt: 16:30 Uhr vor der Schwebebahnstation Loher Brücke.

Mettmann: Kranzniederlegung am „Koburg-Mahnmal“
Treffpunkt: 18:30 Uhr auf dem Lavalplatz.

Für alle anderen, insbesondere DemonstrationsteilnehmerInnen aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens, gibt es folgenden zentralen Treffpunkt:
Düsseldorf HBF: 18:40 Uhr vor dem „UFA PALAST“

Kommt am Freitag nach Mettmann und zeigt euren Protest gegen (Neo-)Nazis!

Denn: „Erinnern heißt Handeln!“
Überregionale Demonstration gegen Rechts am Jahrestag der Reichspogromnacht
Fr. 9. November – 19 Uhr Mettmann Zentrum

Neonazi-Provokation zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2012

Am nächsten Freitag, den 9. November 2012, findet zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht eine überregionale Demonstration unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung- Für eine Welt in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen“ in Mettmann statt. Wir möchten den Opfern der Reichspogromnacht erinnern, auf gegenwärtige Neonaziaktivitäten in Mettmann aufmerksam machen und mit vielen Menschen gemeinsam ein Zeichen gegen Rechts setzen. (mehr…)

[TERZ] Mettmann: Rückzugsort für die Neonazi-Szene

Mit der aktuellen November-Ausgabe der „TERZ“, eine autonome Stattzeitung für Politik und Kultur in Düsseldorf und Umgebung, ist ein Artikel über Neonaziaktivitäten in Mettmann und die anstehende Demonstration am 9. November 2012 erschienen.

„Die Stadt Mettmann, zwischen Wuppertal und Düsseldorf im Neandertal gelegen, hat sich zu einem wichtigen Rückzugsort für die regionale Neonazi-Szene entwickelt. Auch aus diesem Anlass findet dort am Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2012 eine überregionale Demonstration unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung“ statt. (mehr…)

Überblick der bisherigen Unterstützerinnen & Unterstützer

Zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht findet am Freitag, den 9. November 2012, unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung“ auf Initiative des Antifaschistischen Bündnisses Kreis Mettmann eine überregionale Demonstration gegen Rechts in Mettmann statt.

Wir möchten an dieser Stelle einen Überblick über die bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützer geben:

Von „BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN“ wird der Aufruf vom Kreisverbandsvorstand der Partei im Kreis Mettmann, von der Fraktion in der Stadt Mettmann und vom Ortsverband in Mettmann unterstützt. Des Weiteren hat die Grüne Jugend Düsseldorf zugesagt. Ebenfalls gibt es von „DIE LINKE.“ – Fraktion im Kreistag des Kreises Mettmann Unterstützung. Mit dem Ortsverband des „Deutschen Gewerkschaftsbundes“ (DGB) ist weitere Unterstützung aus Mettmann zugesagt.

Neben vielen regionalen und überregionalen antifaschistischen Gruppen und Kampagnen, wie Kein Bier – Kein Platz für Nazis in Wuppertal, wird der Aufruf ebenfalls von anderen politischen Initiativen, wie das „soli-kommitee wuppertal“, und sozialen Einrichtungen, wie die „Tacheles Sozialhilfe Wuppertal“, unterstützt.
Außerdem erhält man mit dem Bündnis „Wuppertal gegen Rechts“ und der „Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.“ Unterstützung aus den verschiedensten Bereichen, wie zum Beispiel Vertretern der Kirche, weiteren Parteifunktionären und Einzelpersonen.

Die Demonstration wird von vielen verschiedenen Gruppen, Parteien und Vereinen getragen. Wir werden am 9. November 2012 gemeinsam ein klares Zeichen gegen Rechts setzen und wir freuen uns über jede weitere Unterstützung. Schicken Sie uns einfach eine Mail an buendnisme@gmx.de

Mobi-Video zur Demonstration am 9. November 2012 in Mettmann

Zur überregionalen Demonstration am 9. November 2012 gibt es nun auch ein Mobi-Video, welches einerseits an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll, andererseits aber ebenso zur Mahnung aufgrund gegenwärtiger Neonazi-Aktivitäten. Dieser Bezug soll auch mit dem Motto der Demo am 74. Jahrestag der Reichspogromnacht „Die Erinnerung zur Mahnung – Für eine Welt in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen“ hergestellt werden.

Das Video gibt es hier:
http://www.youtube.com/watch?v=KCrOWLVUAuo

Herbstfest der NPD in Mettmann

Erneut wurde die Mettmanner Gaststätte „Lounge Deluxe“ zum Schauplatz faschistischer Propaganda. Vergangenen Samstag fand in der Kneipe, die schon seit einiger Zeit einschlägig als Neonazi-Treffpunkt bekannt ist, ein sogenanntes Herbstfest der NPD statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von „freien nationalen Kräften aus Wuppertal“ und dem als nationalsozialistisch geltenden NPD-Kreisverband Mettmann/Düsseldorf, um die Mettmannerin Nadine Braun, welche nun auch in den Landesvorstand der NPD gewählt wurde, und Manfred Breidbach aus Düsseldorf. Letzterem wird in einem Bericht der NPD auch die meiste Redezeit zugeschrieben. Ähnliche Veranstaltungen in der Vergangenheit bestanden bei der NPD in der Regel aus Kinderschminken, rechtsradikaler Musik und als „Gedichte“ verschönten, Vorlesungen von originalen Briefen aus dem 2. Weltkrieg. Außerdem nutzte ein Neonazi aus Wuppertal das Herbstfest dazu, für eine rechtsradikale Demonstration in Remagen (Rheinland-Pfalz) zu werben.

Derweil äußert sich der Inhaber der „Lounge Deluxe“, Frank K. gehabt uneinsichtig. Er als „Demokrat und auch für jede Szene offen, die sich dem korrupten Regime widersetzt“ sieht keine Probleme an „so viel Theather wegen 2 x jährlicher Unterstützung von Nationalisten im eigenen Land“, wie er über dem offiziellen Facebook-Account seiner Gaststätte verkündet. Diese Aussagen stehen dort, für jeden zugänglich, neben Sympathiebekundungen zu Adolf Hitler und wilden Verschwörungstheorien.

Weiterhin möchten wir hiermit die Mettmanner Öffentlichkeit fragen, ob sie sich wirklich so wohl fühlen in einem Laden zu gastieren, in dem ein solches Klima verbreitet wird? Auch um auf dieses Thema einzugehen, heißt es am 9. November 2012: Die Erinnerung zur Mahnung – Für eine Welt, in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen.

Gerichtsverhandlung wegen antisemitischer Beleidigungen und schwerer Körperverletzung in Mettmann

Gestern fand vor dem Amtsgericht Mettmann ein Prozess wegen antisemitischer Beleidigungen, Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung von Februar diesen Jahres statt. Diese richteten sich, wie bereits in der Chronik erwähnt, gegen ein Mitglied des Bündnisses für Toleranz & Zivilcourage in Mettmann. Da ein Zeuge nicht erschienen ist, wird der Prozess in 3 Wochen fortgesetzt.

Ein Bericht zum gestrigen Verhandlungstag findet sich hier: WZ: Antisemitismusvorwurf: Angeklagter streitet alles ab
Auch das WDR hat der Verhandlung Aufmerksamkeit gewidmet und einen Bericht in der Lokalzeit am Abend gebracht. Dieser ist allerdings nicht in der Mediathek einsehbar.



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