In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert und zerstört, Menschen gedemütigt, brutal überfallen und ermordet. Etwa 30.000 Jüdinnen und Juden wurden in Konzentrationslager deportiert. Die Gewalt der Novemberpogrome vom 7. -13. November 1938 fand am 9. November ihren vorläufigen Höhepunkt. Diese schrecklichen Gewalttaten lag der vom nationalsozialistischen Regime propagierte Antisemitismus zu Grunde, welcher von weiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen wurde. Jene unvorstellbaren Ereignisse dieser Nacht gehen als Reichspogromnacht in die Geschichte ein.

Die Novemberpogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung seit 1933 zur systematischen Verfolgung, welche knapp drei Jahre später in den Holocaust an europäischen Jüdinnen und Juden im Machtbereich der Nazis mündete. Bis 1945 wurden mehr als 6 Millionen Menschen ermordet.
Dieser faschistische Terror darf niemals vergessen werden. Er sollte uns ebenfalls für die Zukunft mahnen. Denn auch heute kommt es noch zu antisemitischer Hetze und rassistischen Übergriffen.

Wir wollen mit dieser Demonstration in Mettmann auch auf aktuelle Neonaziaktivitäten aufmerksam machen. So richtete der NPD-Kreisverband Düsseldorf/Mettmann im letzten Sommer ein „nationales Fußballturnier“ aus und mietete dafür unter der Tarnung eines Dartvereins einen Mettmanner Sportplatz an. Des Weiteren konnten Neonazis im letzten Jahr eine Kundgebung „gegen Pressehetze“ mit über 50 Neonazis durchführen. Im Februar dieses Jahres wurde ein Mitglied vom „Bündnis Toleranz & Zivilcourage“ von einem unbekannten Täter angegriffen.

Mit der Gaststätte „Lounge Deluxe“ besitzt die beschauliche und ruhige Kreisstadt Mettmann einen wichtigen Rückzugsort für die Neonaziszene in Nordrhein-Westfalen. Nahezu ohne Protest wurden dort seit mindestens 2009 Wahlveranstaltungen der rechtsradikalen NPD, Mobilisierungsveranstaltungen für Neonazi-Demos oder Infoveranstaltungen über neonazistisches Gedankengut veranstaltet. Außerdem steht die Gaststätte den militanten Neonazis auch zu regelmäßigen Treffen zur Verfügung, damit sie ihre faschistische Propaganda planen und organisieren können.
Bei vergangenen Aktionen gegen Rechts in Mettmann kam es neben Provokationen aus der Gaststätte „Lounge Deluxe“ auch zu mehreren Angriffen von Neonazis.

Diese Entwicklungen geben der Erinnerung an die Reichspogromnacht erschreckende Aktualität und Notwendigkeit. Dem Gedenken an die deutschen NS-Verbrechen auch weiterhin Gehör zu verschaffen, sollte in Anbetracht von gegenwärtigen Neonaziaktivitäten weiterhin eine wichtige Aufgabe für alle sein.

Beziehen Sie mit ihrer Teilnahme Stellung.
Wir wollen am 9. November 2012 den Opfern der Reichspogromnacht gedenken und gemeinsam ein Zeichen gegen Rechts setzen.

Die Erinnerung zur MahnungFür eine Welt, in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen.

UnterstützerInnen:

Antifaschistisches Bündnis Kreis Mettmann
Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Mettmann
DIE LINKE. – Fraktion im Kreistag des Kreises Mettmann
Antifaschistische Recherchegruppe Velbert
Antifa Infoportal Hochdahl
Antifa Wülfrath
KV Vorstand BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Kreis Mettmann
Bündnis „Wuppertal gegen Rechts“
Tacheles Sozialhilfe Wuppertal
Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V.
Antifa-Café Wuppertal
Kein Bier – Kein Platz für Nazis (Wuppertal)
Antifaschistische Initiative Wuppertal
DGB-Ortsverband Mettmann
Ortsverband Mettmann von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Grüne Jugend Düsseldorf
Grandioso-Versand
Autonome Antifa Remscheid
Antifaschistische Aktionsgruppe Quadrat Im Kreis (Aachen)
Antifa Heinsberg
SGNA – Solidarisch gegen Nazis
roterzorn Recklinghausen
so_ko_wpt | soli-kommitee wuppertal
Antifa Euskirchen
R.A.S.H. Eifel
Antifa Eifel

Wenn auch Sie (persönlich, Gruppe, Partei, etc) diesen Aufruf unterstützen möchten, schicken Sie uns bitte eine Email an buendnisme(at)gmx.de. Vielen Dank.



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